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Daueraufgabe Altlasten – 25 Jahre Kontaminationsbearbeitung in der Bundeswehr

Mannheim, 16.05.2014, PIZ IUD.
Im Jahr 2014 kann die Bundeswehr auf ein Vierteljahrhundert erfolgreiche Kontaminationsbearbeitung zurückblicken. Das diesjährige Altlastensymposium im Bildungszentrum der Bundeswehr in Mannheim stand daher unter dem Motto „25 Jahre Kontaminationsbearbeitung in der Bundeswehr“. Vom 14. bis 16. Mai trafen sich Experten aus Bundeswehr und Bauverwaltung, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sowie weiterer interessierter Institutionen, um sich über die aktuellen Maßnahmen, Regelungen und Programme auf dem weiten Gebiet der Kontaminationsbearbeitung auszutauschen.

Gruppenbild von ca. 40 Personen in einem Foyer auf ansteigenden Standflächen

Die Teilnehmer des Symposiums (Quelle: Bundeswehr/Jenny Bartsch)Größere Abbildung anzeigen

Die oft jahrzehntelange militärische Vornutzung hat auf einer Vielzahl von Flächen, die von der Bundeswehr genutzt werden, zu Kontaminationen in Böden und Gewässern geführt. Auch die aktuelle Nutzung der Bundeswehr kann dies verursachen. Was im Jahr 1989 mit einer flächendeckenden Ersterfassung von kontaminationsverdächtigen Flächen in Liegenschaften der Bundeswehr im damaligen Westdeutschland begann, ist als bundesweites „Altlastenprogramm der Bundeswehr“ mittlerweile auch außerhalb der Bundeswehr ein Begriff.

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An veränderte Rahmenbedingungen angepasst

Männliche Person spricht in ein Mikrofon an einem Vortragspult

Der Beauftragte der Bundeswehr für Arbeits- und Umweltschutz (Quelle: Bundeswehr/Jenny Bartsch)Größere Abbildung anzeigen

Ein Programm, das seit 25 Jahren erfolgreich läuft, gibt es in der Bundeswehr nicht so oft“, sagte Ministerialdirigent Rochus Graf von Strachwitz, Unterabteilungsleiter IUD II im Bundesministeriums der Verteidigung, zur Eröffnung des Symposiums. Der Beauftragte der Bundeswehr für den Arbeits- und Umweltschutz bezeichnete das Programm als „wohltuende kleine, aber feine Konstante im ständigen Wandel.“ Jedoch müsse auch das Altlastenprogramm ständig an sich ändernde Rahmenbedingungen angepasst werden. Dass dies gelungen sei, daran ließ er keinen Zweifel: „Mit der wirksamen Sorge für die uns anvertrauten Schutzgüter hat die Bundeswehr bereits eine breite öffentliche Akzeptanz erreicht.

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Zwischenbilanz mit großen Zahlen

Die positive Zwischenbilanz konnte auch mit realen Zahlen untermauert werden: Bis heute wurden auf knapp 2.700 Liegenschaften über 15.000 kontaminationsverdächtige Flächen erfasst, circa 6.500 untersucht und mehr als 750 saniert. Die hierfür aufgewendeten Haushaltsmittel belaufen sich auf über 440 Millionen Euro. Für die Sanierungen gibt es übrigens keinen gesonderten Haushaltstitel; die erforderlichen Gelder müssen im allgemeinen Infrastrukturtitel mit berücksichtigt werden.

Als eine erfolgreiche große Sanierung, die immer noch laufe, wurde der Standort Munster genannt. An diesem Standort, der durch eine mehr als 100-jährige militärische Nutzungsgeschichte mit verschiedensten Kontaminanten belastet war, startete 1989 das Altlastenprogramm der Bundeswehr. Die weitere Bearbeitung im Rahmen eines Gesamtkonzeptes wird auch dort noch Jahre andauern, jedoch konnten bereits Flächen wieder für den Übungsbetrieb zurückgewonnen werden, die vorher Sperrflächen waren. „In erster Linie sanieren wir aus Umweltschutzgründen“, erläuterte von Strachwitz. „Aber wenn als ‚Benefit‘ diese Flächen wieder für die Truppe freigegeben werden können, ist dies ein doppelter Erfolg.

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Vielfältige Themenauswahl

Blick von vorne auf Personen in einem Hörsaal mit ansteigenden Reihen

Der Hörsaal im Bildungszentrum gut gefüllt (Quelle: Bundeswehr/Jenny Bartsch)Größere Abbildung anzeigen

Auch im diesjährigen Symposium trug eine Vielzahl von Experten aus den unterschiedlichsten Institutionen vor. Ob Darstellung der aktuellen Regelungslage, neuer Verfahrenstechniken oder Sachstand zu einzelnen Projekten, die Auswahl der Themen war vielfältig. Mit Rolf Keiser vom Eidgenössischen Departement für Verteidigung konnte auch ein Vortragender gewonnen werden, der die Teilnehmer ein wenig über den „deutschen Tellerrand“ blicken ließ; der Schweizer sprach zum Thema „Untersuchung und Sanierung einer militärischen Übungsanlage“ in seiner Heimat.

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Wie es die Anderen machen – Exkursionen vor Ort

Gruppe männlicher und weiblicher Personen steht im Freien vor einer Informationstafel

Einweisung bei der Grundwassersanierung vor Ort (Quelle: Bundeswehr/Kerstin Huemer)Größere Abbildung anzeigen

Die Teilnehmer nahmen von der Veranstaltung nicht nur knapp 20 Expertenvorträge mit, man schaute sich auch vor Ort um. Am zweiten Tag des Symposiums führten insgesamt vier Exkursionen in den Raum Mannheim/Ludwigshafen, um verschiedene Facetten der Altlastensanierung näher zu beleuchten. Besichtigt wurden in Mannheim das Gelände der früheren Süddeutschen Kabelwerke (Revitalisierung), die ehemaligen Gaswerke Luzenberg (Grundwassersanierung), die ehemalige Sonderabfalldeponie Malsch (Überwachung und Nachsorge) und die ehemaligen Drais-Werke (Projekt Wohnpark) sowie die Firma Rasching in Ludwigshafen (Grundwassersanierung).

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Noch lange nicht am Ende

Zusätzlich zu den vorhandenen Altlasten hat die Bundeswehr aber auch den vorsorgenden Boden- und Gewässerschutz im Blick. So hat sie auf der Grundlage des Altlastenprogramms ein neues Programm zur nachhaltigen Bearbeitung in Betrieb befindlicher militärischer Übungsanlagen initiiert, um langfristig einen uneingeschränkten und zugleich umweltgerechten militärischen Übungsbetrieb zu sichern.

Männliche und weibliche Person unterhalten sich an einem Stehtisch vor einer Stellwand

Im Gespräch: Unterabteilungsleiter und verantwortliche Referentin (Quelle: Bundeswehr/Jenny Bartsch)Größere Abbildung anzeigen

Eins stellten die Protagonisten des Symposiums allerdings klar: Das Altlastenprogramm der Bundeswehr ist auch im Jahr 2014 nicht auf ein kurzfristiges Ende angelegt. „Man muss einen langen Atem haben bei der Sanierung“, machte von Strachwitz klar. Mit den Bemühungen werde man nicht nachlassen. Und Regierungsdirektorin Kerstin Huemer, verantwortliche Referentin im zuständigen Referat IUD II 5 des BMVg und Initiatorin der Tagung, stellte unmissverständlich fest: „Die Kontaminationsbearbeitung bei der Bundeswehr ist und bleibt eine Daueraufgabe!

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Stand vom: 16.02.16 | Autor: 


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